Heimlich

Seit ich mich erinnern kann, hat mein Berufswunsch etwas mit Gestalten und Schreiben zu tun. Die Welt mitgestalten, nicht spurlos hinterlassen…

Irgendwie bin ich dem Traum treu geblieben. Mit dem Buch „Schreiben, leben, atmen“ von Doris Dörrie hab ich mich zum ersten Mal mit der Technik des Schreibens und dem Prozess dahinter beschäftigt.

Sehr inspirierend und für mein Empfinden auch kreativitätsfördernd.

Regel Nummer 1: Nicht denken, schreiben. Ich ergänze Regel Nr. 2: Nicht denken, fühlen. Und Regel Nummer 3: Nicht denken, leben. Und das alles: Jetzt.

Wer regelmäßig in die Bücherei geht, staunt über die Vielfalt an Schätzen. Mein Traum: einen Platz im Regal der Literaturwelt. Meine Worte in den Köpfen der Leser.

Wie intim. Welche tiefe Verbindung Worte mit der Seele eingehen. Im Takt der Tasten, die sie erschaffen haben, mit den Buchstaben verschmolzen…

Gedanken ausatmen, Gefühle aufsaugen. Mit jedem Wort mehr in die Welt eintauchen, auf der anderen Seite aufsteigen.

Bücher sind unsere stillen Lehrer, die milden Wissenden. Die mit der freundlichen Einladung zwischen den Zeilen, dich mit dir und der Welt auseinanderzusetzen.

Sie führen versöhnlich zum gesunden Menschenverstand und nehmen den Weg, den nur du gehst und verstehst. Und das ist zeitlos gut.

Nimm ein Buch, das du gelesen hast, nach einigen Jahren nochmal in die Hand. Schlag eine Seite auf und lies ein paar Zeilen. Manchmal taucht man dadurch wieder in die Zeit ein und die Gefühle und Lebensumstände werden wieder bewusst. Oder geht’s nur mir so?

Heimlich hab ich mich wie meine Bücher in letzter Zeit versteckt. Nicht mehr geschrieben. Meine Bücher waren in Umzugskartons und sind es da zum Teil auch noch. Weil ich in meiner neuen Wohnung noch nicht genug Platz hab für diese Schätze.

Doch jetzt habe ich sie und mich wiedergefunden.

Und das schenkt mir Freude und ich bin dankbar.

Und das teil ich gerne.

Schön, dass du bis hierher gelesen hast.

Deine Lisa