Ich weiß nicht mehr, wie das geht. Hab vergessen, zu leben. Lieg im Bett, ohne mich zu regen.
Wie nah das eine am anderen ist, oder?
Geht es nur mir so?
Hier steht hellgrau „Fang an zu schreiben…“
Was ist, wenn über jedem Tag, über jedem Moment steht: „Fang an zu leben…“?!
Und die drei Punkte sind das Leben und keiner sagt dir, wie das geht.
Wir sind alle ohne Anleitung hier. Eltern kennen die Aufgabe. Zieh mal einen Menschen groß, für den du das Größte bist.
Er weiß nicht, dass du auch nichts weißt. Er vertraut und liebt bedingungslos.
So ein Mensch kommt hilflos auf die Welt und braucht Liebe. Sein Leben lang.
Der Mensch beginnt zu wachsen, entwickelt sich. Wie eine Pflanze, die je nach Pflege gedeiht oder Durststrecken erleidet.
Die großen Fragen bringen nicht weiter. Wir erfahren, wie es geht oder nicht, indem wir sind. Wir existieren und sind eigentlich damit genug.

Wir lernen und wachsen, wenn wir den Stimmen in uns Glauben schenken.
Und wir lernen und wachsen, indem Anteile von uns sterben, weil wir den Stimmen von außen Glauben schenkten.
Heilsame Momente sind die, in denen wir die einen von den anderen unterscheiden.
Ich weiß nicht, warum ich hier bin. Ich weiß nur, dass ich hier bin. Und hoffe, dass das Universum sich was dabei gedacht hat.
„Es dauert eine Weile, sich selbst zu finden. Und ich denke, es ist wirklich unfair, wie man durch das Internet dazu gedrängt wird, darüber zu reden, wer und was man ist.“
Billie Eilish
Solange ich lebe, hab ich mir gewünscht glücklich zu sein und zu heilen. Und ich versuche herauszufinden, wer ich bin und wer ich sein kann.
Währenddessen hab ich Leid erfahren, gelernt zu akzeptieren, Geduld zu haben und loszulassen. Ich lerne weiterhin, wie wichtig ich für mich bin, und dass Dankbarkeit und Ehrfurcht helfen.

Liebevolle Güte, Meditation, Humor, meine Kinder und Musik sind meine Schätze – lebenserhaltende Maßnahmen.
Lebensbejahend und ermutigend ist seit jeher die Freude an diesem irren Zauber der Welt, von dem man so oft überwältigt ist und staunt.
Wenn man vor lauter Pflichterfüllung und Aufgaben, vergisst, die Wunder um sich herum zu sehen, hilft Hoffnung.
Im Gegenteil machen Zweifel alles kaputt und bringen die Todeslust ins Spiel.

Fehler sind menschlich. Warum können wir das Bestreben nach Idealen nicht lassen?
Was soll es Besseres geben? Wenn alles schon gut ist?
Der eigenen Integrität können wir mehr Wert geben, treu bleiben und ehrlich sein. Das ist erstrebenswert, finde ich.
Was für ein Konzept ist Moral?
Ethische Grundlagen und Werte helfen uns, uns in der Welt zurechtzufinden.
Man kann sich schon mal fehl am Platz fühlen, wenn die Welt so ein kaputter Ort ist…
Ich les in vielen Büchern, Songtexten und zwischen den Zeilen, dass es anderen Menschen ähnlich geht wie mir.
Und wenn du am Boden liegst und liegenbleiben willst, dann hilft dir wenn jemand bei dir bleibt, obwohl du sagst: Geh.
Geh, fühle
Mutig voranschreiten erfordert Kraft. Und wird belohnt. Keine Angst zu haben fühlt sich unbequem an und dann ist da Freiheit und Glück, wenn du dich traust.
Das üb ich.
Niederschlag gehört auf dem Weg dazu, wie der Regen, bevor die Sonne wieder scheint.
Doch in tiefen, dunklen Momenten, tröstet mich das nicht.
Ich habe das Comfort Book eines Autors, der wundervolle Romane schreibt.
An diesem Buch gefällt mir nicht, dass es mich nicht tröstet, wie es soll.
Es ist ok. Dann les ich lieber etwas anderes.
Ich habe Krisen und bittere Seiten. Nicht alles an mir ist wunderbar.
Mein Herz ist in Scherben zerbrochen und hat nichts an seiner Kraft verloren. Ich glaube, es klopft noch stärker und will, dass ich zuhöre. Wir können reparieren und heilen und dürfen den Glauben nicht verlieren, dass es einen besseren Plan gibt, als die Vorstellung vom perfekten Leben in unseren Köpfen.
Vielleicht sind wir auf dem richtigen Weg und der ist mehr wert als das Ziel.
Und immer wieder schafft es meine Selbstachtung wieder aufzustehen und den Moment zu schätzen. Denn der ist alles, was wir je haben werden.
Dafür bin ich dankbar.
Weniger an das denken, was vorbei ist und nicht geändert werden kann. Weniger an das, was kommen kann.
Lieber versuchen, so zu denken, wie wir sein möchten. Wie ein lieber Freund für uns selbst.
Und ein Vorbild für unsere Kinder.
Das kann man üben und Gedanken achtsam wählen. Trainieren wir unseren Geist wie unseren Körper. Mentale Kraft überträgt sich und kultiviert sich und unser Leben wird erfüllt und leichter. Mit Hingabe, Gelassenheit und Freude.
Wir brauchen Geduld und dürfen gnädig und behutsam mit unseren Unzulänglichkeiten umgehen.

Wir dürfen leben. Und das auch genießen.
Keiner hat versprochen, dass es leicht wird. Aber schwerer als nötig – das muss nicht sein.
Danke fürs Lesen.
Jetzt hat dich das vielleicht so wenig getröstet, wie mich mein Buch, wenn ich traurig bin.
Ich hoffe, dass es hilft, sich zu erinnern, dass auch depressive Episoden wieder verziehen.
Und der frische Wind des Lebens dich und mich wieder mitreißt.
Und ich wünsche uns eine Hand, die jemand reicht, dem wir etwas bedeuten.
Bitte hört niemals auf zu lieben oder zu fühlen. Helfen wir uns gegenseitig…
Ich wünsche dir viel Kraft und Zuversicht.
Rückschläge sind besser als etwas bereut zu haben.
Sei mutig und freundlich und geh weiter.
Und, ach ja: lasst uns ein Ausrufezeichen hinter unser Leben setzen und keine drei Punkte oder Fragezeichen offenlassen.
Deine Lisa-Maria
P.S.: „Das Leben gibt dir keine Antworten. Man muss es einfach leben.“ les ich gerade in einem Artikel über Celine Dion, die sich fragte, warum gerade sie schwer krank ist und nicht mehr singen kann.
„Es gibt eine Sache, die niemals aufhören wird und das ist der Wille. Es ist die Leidenschaft. Es ist der Traum. Es ist die Entschlossenheit.“
Was für eine starke Frau.
