Eine Perle Zuversicht

Wieso werden manche Menschen mit einer unbeschreiblichen Sehnsucht von bestimmten Orten, fernen Ländern oder besonderen Menschen angezogen?

Seit ich denken kann, träume ich von Sri Lanka und jetzt bin ich dort gewesen. Ehrfürchtig und staunend hat sich eine zauberhafte Dankbarkeit in mir ausgebreitet, die mich jeden Moment hat achtsam aufsaugen lassen.

Jeder Atemzug hat meine Gefäße geweitet und mein Herz für die Millionen kleinen Schätze aufgemacht. Beschützt und begleitet vom Wunder der Natur hab ich angenommen, was mich erwartet hat.

Eine Liebeserklärung…

Ich bin gewachsen durch die Erlebnisse. Eingetaucht in eine andere Welt und komm noch immer nicht aus dem Staunen heraus.

Beeindruckt von der Vielfalt und der berührenden Herzlichkeit in diesem buddhistisch geprägten Land voller entgegenkommender Lächeln.

Zurück bleiben Erinnerungen an glückselige Momente voller Frieden und Ruhe.

Wenn Träume wahr werden…

Trotz der vielen Programmpunkte dieser 10-tägigen Reise mit 6 Hotels quer durch’s Land, hab ich keinen Stress verspürt.

Am ersten Arbeitstag danach bin ich leider doch mit einem beklemmenden Gefühl aufgewacht, da ich wieder funktionieren musste und es viele Pflichten zu erledigen gibt…
Und doch ist es:

Einfach anders.

Dass ich das andere, das einfache Leben der Menschen dort kennengelernt habe, macht mich reicher und bescheidener.

Ich weiß, dass weniger wirklich mehr ist und hinterfrage kommerzielle Begehren und bisherige Gewohnheiten mit einem anderen Bewusstsein. Mal sehen, wie sich das entwickelt. Hoffentlich kann ich es lange erhalten und kultivieren…

Glücksmomente & Augenblicke

Gestern haben meine Kinder ihre kleinen Finger eingehakt und sich etwas gewünscht… Unverfälscht kindlich haben sie von einem großen Spielplatz neben dem Haus geträumt, von genug Geld für alles, was sie haben möchten und dass sie gesund und schlank bleiben, auch wenn sie ungesunde Sachen essen ;-)…

Ich habe mich gefragt, welchen Wunsch ich noch habe und kann bis jetzt keine Antwort finden. Ich hab schon alles, was ich mir gewünscht habe.

Nicht nur einen Edelstein mehr, sondern viel wertvollere unbezahlbare Schätze in meinem Erinnerungskoffer.

Mehr brauch ich nicht zum Leben.

Ich nehme an, was ich bekomme. Für alles, was ich noch möchte, bin ich selbst verantwortlich und arbeite an mir und meiner Disziplin. Dabei bin ich gnädig und nachsichtig, ja freundlich zu mir. Das ist neu. So viel Mitgefühl und Selbstschutz für mich.

Diese ausschließlich positiven Erfahrungen trag ich wie einen Schatz in mir. Jede hatte ihren Zauber in sich.

Unendlich dankbar bin ich, dass ich fast hundert Elefanten in freier Wildbahn erleben durfte, so viel Freude hatte an den Äffchen und ihren Spielen in den Bäumen vor dem Hotelzimmer. Aufgewacht bin ich vom Klappern ihrer Schritte und Sprünge auf dem Dach des Bungalows mitten im Dschungel eines Nationalparks.

Es war so aufregend, in der Dunkelheit zum Restaurant begleitet werden zu müssen. Mit Taschenlampe hat der Hotelmitarbeiter uns zu unserer Sicherheit abgeholt und von gelegentlich auf den Wegen laufenden Elefanten und anderen Tieren erzählt.

Am Fluss lagen Krokodile, das war schon wild.

Alles kommt mir so unsagbar schön vor. Erstaunlich, obwohl ich längst wieder zu Hause bin und hier nichts dergleichen geboten ist.

Was man an einem Tag alles erleben kann, hat meine Wahrnehmung von Zeit verändert.

Ich glaub an den Moment.

Ich tauche öfter in Momente mit meinen Kindern ein. Bewusst, ohne an die nächsten zehn To Dos zu denken. Das genießen sie und ich. Es ist Raum für achtsame Begegnung, Zuhören und einfach Dasein.

Es wird mehr gekuschelt und die Geborgenheit schenkt eine herzerwärmende Harmonie, von der wir alle profitieren.

Glücklich und ohne Furcht können wir mehr aus unseren Leben machen. Wir kommen auf unserem Weg weiter und verirren uns seltener, wenn der Lebensmut etwas größer ist als die Angst.

Ich hab mir wohl im Flugzeug ne Erkältung geholt und jetzt schon ne Woche starken Husten.

Und doch leide ich nicht, obwohl es mir nicht gutgeht. Das ist anders. Es geht vorbei und ich gönne mir Ruhe.

Die Welt dreht sich weiter, auch wenn ich langsamer lebe. Ich hab gesehen, wie wenig nötig ist für Zufriedenheit und mach mich nicht verrückt, weil ich Erwartungen anderer erfüllen will.

Vor der Reise ist meine liebe Oma verstorben, die mich mit aufgezogen hat und in deren Wohnung wir Drei jetzt leben.

So schön, dass es noch Gelegenheit gab, ihr von der geplanten Reise zu erzählen. Sie hat auch meine Begleitung kennengelernt und sich sehr für mich gefreut.

Ich glaub an ein Leben vor dem Tod.

Es bedeutet mir auch viel, dass sie in ihrem Leben nichts bereut hat und so ein herzensguter, authentischer Mensch war. Weil sie immer ehrlich war und ihre Grenzen gewahrt hat, war sie so ein Vorbild für mich. Sie hat auf ihr Wohlbefinden geachtet und die Familie auf ihre einzigartige Art zusammengehalten.

Zum Glück hat meine Familie den Beerdigungstermin auf nach meiner Rückkehr gelegt, sodass ich an der Trauerfeier zum Abschied teilnehmen konnte. Das war sehr tröstlich.
Auch dass alles in ihrem Sinne gestaltet wurde: Der Pfarrer hat die richtigen Worte gefunden und der Bestatter, ein Freund der Familie den richtigen Rahmen, um sie in ehrenvoller Erinnerung zu behalten und am Friedhof besuchen zu können…

Komischerweise kann ich mich einfach nicht mehr erinnern, wie sie auf die Frage, ob sie Angst vor dem Tod hat, geantwortet hat.

Ich weiß nur, dass ich ihr gesagt hab, sie brauche keine Angst zu haben, weil sie dann Opa und alle Verstorbenen wiedersieht und ihre Seele unsterblich ist. Meinst du, hat sie gefragt.
Ich hoffe wirklich, dass sie jetzt auf uns aufpasst und unsichtbar mit uns verbunden ist.

Beim Glaubensbekenntnis hab ich mir Gedanken über die Worte gemacht, die wir da auswendig aufsagen.

Und bezeichne mich jetzt als christliche Buddhistin, nicht wie vorher, da hatte ich noch überlegt, aus der evangelischen Kirche auszutreten.

An der Stelle zitier ich gern Annabelles Lieblingslied „Religion“:

Du machst immer, was Du sollst
Hast davon die Nase voll
Dieses Fließbandleben
Kann nicht alles sein
Du träumst davon, durchzudrehen
Einmal nackt im Regen stehen
Glaub mir Du bist nicht allein
Lass uns wieder wie Kinder sein
Ich glaub an den Moment
Das ist meine Religion
An wahre Freunde und
An ein Leben vor dem Tod
Bald ist es vorbei
Es geht schneller als man denkt
Doch wozu traurig sein?
Jeder Tag ist ein Geschenk
Tanze auf der Straße
Als wärst Du allein zu Haus
Lade Deine Feinde ein zur Kissenschlacht
Bring jemanden zum Lachen
Bei einem Leichenschmaus
Lass Dir nicht erzählen, daß man so etwas nicht macht
Ich glaub an den Moment
Das ist meine Religion
An wahre Freunde und
An ein Leben vor dem Tod
Bald ist es vorbei
Es geht schneller, als man denkt
Mach Dir 'ne schöne Zeit
Jeder Tag ist ein Geschenk
Heut' lass ich die Arbeit sein
Lad all meine Freunde ein
Und mein Schrebergarten wird zum Paradies
Keiner denkt dran, abzuhauen
Singen bis zum Morgengrauen
Obwohl es gar kein Morgen gibt
Es gibt nur den Moment
Das ist meine Religion
Es gibt viel Liebe und
Dieses Leben vor dem Tod
Bald ist es vorbei
Es geht schneller, als man denkt
Mach Dir ne schöne Zeit
Jeder Tag ist ein Geschenk
Bald ist es vorbei
Es kommt so anders, als man denkt
Doch heute hab ich mir
Einen schönen Tag geschenkt

Lied von Celina Bostic

Doch eigentlich gibt es nur eine Religion, denn wir sind alle verbunden:

Glaube an dich und das Licht und die Liebe. Gib nie auf. Alles wird gut. Weil es schon gut ist.
Lass uns gemeinsam hoffen.

Danke fürs Lesen und die Verbindung dadurch zu dir 🙂