Willst du auch immer wissen, ob etwas sich lohnt? Ob es sich lohnt, deine Lebenszeit dafür aufzuwenden?
„Bitte belästigen Sie mich nicht mit Belanglosem. Ich bin (mir) zu wichtig.“
Und dann bleibt vor lauter Selbstbezogenheit die Toleranz auf der Strecke.
A propos, früher dachte ich auch, ich bin cool, wenn ich schneller lauf und hektisch mein Kind in den Kindergarten bringe. Keine Zeit. Wie bei dem Kaninchen im Wunderland.
Slowliving
Wie lahm ist das Leben ohne Risiko? Mittlerweile würde ich am liebsten einen Schritt vor und zwei zurück gehen, um die Wunder am Wegrand wahrzunehmen, die Luft zum Atmen anhalten und das Gemüt immer mehr vergnüglich und dankbar ausrichten.
Manchmal möchte ich dabei keiner Menschenseele begegnen.
Gut, dass mich mein Hund begleitet hat (als ich das geschrieben hab, lebte meine Nala noch). Auf den Gedankengängen und den wilden Pfaden, gefühlten Hindernissen und bergigen Episoden.
So wünscht man sich Menschen. Bedingungslos an deiner Seite. Egal, welcher Weg kommt.
Es ist doch so, dass man sein Leben wie ein Buch mit leeren Seiten vor sich hat und am liebsten, wie bei jedem anderen Buch auch, wissen möchte, ob es toll ist und wie es ausgeht.
Beim gemeinsamen Lesen fragt mich Henri mit seinen 7 Jahren, ob wir schon in der Mitte des Buches sind, denn so kann er den Spannungsbogen besser einschätzen. Kommt der Höhepunkt noch oder hat man das Highlight noch vor sich? Das Beste zum Schluss? Was erwarten wir eigentlich?
Die Protagonisten gehen mit Mut und Erfahrung, Humor und Hingabe gegen Angst und Alltag, Trägheit und Freudlosigkeit vor.
Wie machen sie das? Ohne zu zögern streben sie ihr Ziel an und vertreiben dabei mit ihrem Leuchten die Dunkelheit. Denn der Wille ist stärker als ein Widerspruch. Weiser als tollkühne Helden. Vorbildlich und tapfer…
Das ist dann doch kein gutes Buch, denn die besten Helden(geschichten) sind durchzogen von Zweifeln und Unsicherheiten. Oder?
Doch die Mission überwiegt die Unzulänglichkeiten.
Wenn jeder aufgeben würde, weil es hart ist?
Wo bleibt denn da die Hoffnung?
Meine Frauenärztin hat eine Frau Mitte 30 auf Familienplanung angesprochen. Diese war sich vermutlich ihrer Privilegien und ihres IQs bewusst und litt entsprechend wohl unter der Realität. In diese Welt möchte sie kein Kind setzen.
Ich glaube, der Weltschmerz ist so groß, dass man nicht unbeschwert klein sein kann. Es kann ja auch niemand unbeschwert groß sein.
Du wächst mit deinen Aufgaben und überlebst auch schwere Dinge. Das bestärkt.
Und was, wenn wir nie groß, sondern nur wir selbst werden wollen?
Egal wie.
Lohnt es sich?
Das ist nicht Selbstoptimierung. Das ist Selbstfindung und mehr Sein als Schein. Das worauf es ankommt. Oder? 😉
Wir sind gut so wie wir sind, weil der da oben uns so haben will.
Wir dürfen nicht vergessen, dass ein Stück von dem in uns drin steckt. Also lasst uns den göttlichen Funken mal wieder finden und weitergeben. Das geht am besten mit einer Prise Liebe und etwas Humor, sowie einem langen Atem.
Wünsche dir alles Gute.
Deine Lisa
