Zufall? Gibt es nicht!

Schon mal im Schlaf von nem iPad getroffen worden?

Nee? Passiert auch nur mir. Braucht man Talent dazu… 🤦🏼‍♀️ Von diesem speziellen Talent hab ich reichlich…

Apple ist gefährlich, sagen die Androiden.

So fühlt sich ein Cut also an, sagt der Boxer in mir, als es passiert und spüre mit meinen Fingern die klaffende Wunde auf, bis ich warmes Blut fühle.

Cut too deep

Ich erinnere mich an die Wahrscheinlichkeitsrechnung im Matheunterricht. Wenn der Zufall im „richtigen“ Winkel mit der Ecke voraus aus geringer Höhe auf mich zielt… Doch wie hoch ist bitte die Wahrscheinlichkeit, dass so was passiert?

Hätte mein Mann dieses „Attentat“ als Angriff auf mich inszenieren wollen, wäre es mit Sicherheit nach hinten losgegangen… 😅😉

Fühlt sich auch wie ein Neustart an, so geweckt zu werden. Schnitt. Nächste Szene.

Ein tiefer Fall führt oft zu hohem Glück. – William Shakespeare

Augen zu und durch

Am nächsten Morgen und ein Klammerpflaster später musste ich erklären… Dass ich des Nachtens gerne Geschichten schreibe, wozu ich dieses verletzende Gerät brauche, während alles ruht, hab ich nur auf Nachfrage erwähnt. Dass die schmale Ablage oberhalb vom Bett hinter meinem Kopf eine gesundheitliche Bedrohung darstellt, hingegen gleich.

War dieses Risiko schon bekannt? In den USA könnte Apple dafür bestimmt verklagt werden. Ein Fall zum Nachdenken liegt hier jedenfalls vor. Wenn auch kein Juristischer.

Das bereitet mir Kopfzerbrechen:

Warum ich darüber schreibe? Weil ich mich frage, warum ich seitdem nicht mehr schreibe.

Sollten mir die Augen geöffnet werden? Ich sollte aufwachen, um mich zu besinnen vielleicht. Plötzlich so aus dem Schlaf gerissen zu werden, ist nicht schön.

„Kommt dir ein Schmerz, so halte still und frage, was er von dir will.“ – Emanuel Geibel

Bei der Suche nach dem Grund kommen mir viele Gedanken. Die anderen sind besser. Die schreiben sich viel leichter alles von der Seele.

Mir geht kein Wort mehr locker auf die Tasten. Wie ist die richtige Formulierung??

„Der Kummer, der nicht spricht, nagt am Herzen, bis es bricht.“ – William Shakespeare

Naja. So weit kommt es schon nicht.

Nichts passiert ohne Grund

Witzigerweise hat mich meine Suche nach Mut und Inspiration dazu gebracht, meine Reife Leistung nochmal von Anfang an zu lesen.

„Ich kann mich, Gott sei Dank über mich selbst lustig machen. Was mich nicht daran hindert, mich auch über andere lustig zu machen.“ – Karl Lagerfeld

Und gerade ich, die ich immer alle ermutigen möchte, an sich zu glauben und den eigenen Weg ohne Selbstzweifel zu gehen, schrecke jetzt zurück. Vor mir.

Und lese als käme es nicht von mir.

Mentales Training

Wunden heilen, auch wenn Narben zurückbleiben. Heilen müssen sie dürfen sonst tut es weh. Die Vergangenheit und was passiert ist, kann keiner ändern, aber den Blick darauf. Man darf nur nicht den Finger in der Wunde vergessen. Alles wird gut…

Ich merke wie Theorie und Praxis auseinanderdriften. Ich kann und will nicht anfangen oberflächlich zu schreiben, nur damit ich etwas geschrieben habe – dann lieber gar nicht.

Wie soll man das jetzt auf meinen Fall übertragen? Ach ja: es war kein Zufall.

beitragsbild_zufall

Wie jetzt? Mein Motto und übrigens auch mein Verständnis von Kunst:

Alles kann. Nichts muss.

Manches Kunst- oder Lebenswerk hinterlässt eben Spuren. Und das aus gutem Grund. Manch zufällig getroffener Mensch ist Lebenskünstler. So einer will ich werden. 😅

DIY: Kunsttherapie

Und ich trau mich erst nicht. Zu malen. Bin zum Tastenhauer geworden. Mit schlechten Witzen zwischenzeilig. Und vielschichtig.

Nicht mal nen Pinsel oder ein Stück Kohle nehm ich mehr in die Hand, wie ich es vor Jahren gerne getan hatte. Will ich mir wohl die Hände nicht mehr schmutzig machen? Das gehört halt dazu…

Dabei lässt mich das Gefühl nicht los, dass es gut werden kann. Oder zumindest gut tun wird. Vorher ziehe ich in Erwägung, mir Mut anzutrinken. Kommt nicht in Frage. Höchstens in „Maßen“, weil gerade Schützenfest ist bei uns…. 😂😅 (jedenfalls als ich diese Zeilen tippe)

Und dann trau ich mich doch. Und es tut gut. Aber das mit dem Künstlerdasein lass ich lieber.

Ich nenne es „Fehl am Platz“ Voilà: 🤪

Was entstanden ist, darf interpretiert werden. Jeder sieht anders.

In den Kursen, die ich belegt habe, war die Argumentation mit am Wichtigsten und ein klares Kriterium für die Bewertung der Arbeit.

Wie der Lehrer eher geneigt ist eine gute Note zu geben? Wenn er verstehen kann.

richtig oder falsch

Was ich hier sehe ist ein nackiger, zurückgezogener, in die Ecke gedrängter, schüchterner Mensch, dessen Kopf voller Gedanken ist. Der sich nach Halt und Vertrauen sehnt. Dabei will er so sein dürfen wie er ist und nicht nach dem Äußeren beurteilt werden. Für die weiche innere Welt geliebt werden, die er durch eine harte Schale zu schützen, ja fast zu verheimlichen versucht…

Dem Leben auf der Spur

Wenn man Kunst sehen will. Richtige Kunst, geht man ins Museum. Sollte ich mal machen.

Schon mal im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité gewesen?

Vorsicht. Nichts Künstliches. Echt! Nicht für schwache Nerven!

Ich bin froh vor einigen Jahren dort gewesen zu sein und dankbar, mit den Ausstellungsstücken konfrontiert worden zu sein. Man begegnet bei der Dauerausstellung mit dem schönen Namen „Dem Leben auf der Spur“ einer Regalallee durch 300 Jahre Medizingeschichte. Zu sehen sind etwa 750 Objekte pathologisch-anatomischer Feucht- und Trockenpräparate. Zusätzlich begegnen sich (nicht nur) in weiteren Sonderausstellungen Leben und Tod, Kunst und Medizin.

Wenn man nicht weiß, wen oder was man vor sich hat. Gefasst sein, was als Nächstes kommt. Auf alles gefasst sein, in eingelegte Augäpfel sehen und die Augen verschließen? Mit Gefühlen hadern. Zwischen Ekel, Staunen, Anteilnahme und Bewunderung – ein Wechselbad.

Was Menschen, die forschen antreibt. Die rasante Entwicklung, nicht nur der Technik. Früher und Heute. Es ist beeindruckend das zu sehen, gerade wenn man keinen medizinischen Hintergrund hat.

Menschen, die nicht wegsehen, wenn es unschön wird. Gott sei Dank gibt es euch.

Ideale

Das verändert meinen Blick auf die Narbe. Wie oberflächlich kann es sein, das Leben. Schönheitsideale. Pff.

„Wenn unsere Augen nur Seelen anstelle von Körpern sähen, wie anders wären unsere Schönheitsideale.“

Schaut man sich seine Umwelt so an, gibt es Schlimmeres. Hässlich gibt es nur von innen. Jeder hat seine Schokoladenseite und dann ist da halt noch *Horrormusik an*

Die ungeschminkte Wahrheit…

Da kann ich nur empfehlen der Wahrheit und dem vom Leben gezeichneten Gesicht mit Baby im Arm direkt nach dem Aufstehen in die Augen zu sehen. Da muss man eh Lachen und kommt sich nicht gar so blöd vor. Heulen bringt ja nix bei dem Anblick. Babys machen doch alles nach.
Wir wollen doch Vorbilder sein. In jeder Lebenslage.

Keiner ist perfekt…

Wenn unsere Lieblingsmenschen babyzarte Haut und keine Narben haben, dann vielleicht einen Schönheitsfleck, Tattoos, eine gruselige Angewohnheit. Eine?

Irgendeine liebenswerte Besonderheit findet man, auch nach einigen Ehejahren…

Ja. Der Wille ist da

Zur Not die rosarote Brille nie absetzen. Macht doch nichts, wenn alles besser aussieht als in echt. Und sich dann auch (trotz allem) echt so anfühlt.

„Ich liebe dich nicht nur, weil du so bist wie du bist, sondern weil ich bei dir so sein kann, wie ich bin.“

Wunderkinder

Der Blick auf meine Kaiserschnitt-Narbe hat etwas Wunderbares: Unsere zwei Wunder-Wunschkinder kamen so auf die Welt und das ist das Beste was passieren konnte, auch wenn da erst ein Schmerz war.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben. (Stufen – Hermann Hesse)

Kein Zufall, dass auch die frische Narbe am Auge für etwas gut ist. Sie erinnert mich, wie wichtig Humor ist und das nicht nur weil meine Lachfalten in der Nähe sind. Ich weiß, dass meine Gesundheit ein Schatz ist, denn hier bin ich ja nochmal mit nem blauen Auge davongekommen. Hätte auch ins Auge gehen können.

Wenn schon Mimikfalten, dann die vom Lachen: ob Feuchtigkeitscremes auch gegen trockenen Humor und schlechte Witze helfen?

„Jeder Tag soll einen Sinn haben. Und erhalten soll er ihn nicht vom Zufall, sondern von mir.“ – Rainer Maria Rilke

Lasst euch nicht verletzen. Verletzt nicht. Narben sind keine Fehler. Sie heilen mit der Zeit und mit gutem Willen wie von selbst… Das Rezept heißt Liebe. Rette sich wer kann, und diese Welt, die eine Alternative sucht und braucht, mit Umarmungen, Freundlichkeit, Lob, Hilfsbereitschaft, Rücksicht und Respekt.

Herzlichen Dank fürs Lesen. 😍

Wo leg ich jetzt das iPad hin…? 😂 Im Flugmodus landet es hinter Gitterstäbe in Annabelles Bett…. 😇😅

Ich freue mich wie immer sehr über eure Gedanken dazu und konstruktive Kritik, wenn möglich. 😉

P.S. Der Text wurde nach Veröffentlichung gekürzt, korrigiert und dann besser. ♥️

Ich bin noch nicht zufrieden. Löschen geht nicht.

Aber das ist nicht so schlimm.

Noch ein bisschen dick ist ja auch nicht so slim.

ENDE

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