Meine Therapie: Mut & Fantasie

Nachts fallen mir Geschichten ein. Gerade wenn ich schlafen soll oder will, kommen die Einfälle und Sätze wie von allein in meinen Kopf. Und jetzt schreib ich sie auf.

„Erzähl mir eine Geschichte“

Manchmal muss mir auch eine „Geb-Nachtruhe“-Geschichte einfallen, damit Henri von schlechten Träumen oder Bauchschmerzen abgelenkt wird und wir alle beruhigt und friedlich schnell wieder einschlafen können.

Wenn ich anfange zu erzählen weiß ich noch nicht – wie im echten Leben – wie die Geschichte weitergeht, wie lang sie wird. Es passiert einfach. Eins führt zum Anderen. Ich weiß nur, dass es ein Happy End gibt. ❤

Mein Henri malt nicht so gerne. Weil er nicht weiß, was er malen soll und weil er sich bewusst ist, dass es (noch) nicht so wird, wie er es sich vorstellt. Der Dino wie in seinem Bilderbuch. „Das soll aber so sein.“ Schwierig (sich) so zu akzeptieren!

Ich verstehe und ermutige ihn, die Fantasiewelt zu betreten. Es ist ganz einfach, mit einem Strich anzufangen und dann den nächsten zu malen. Das ist für uns ein wundervolles Spiel, bei dem schon die allerschönsten Bilder entstanden sind.

Zum Beispiel zuletzt auf dem Karton der Weihnachtsdeko, mit aufgemaltem Fernseher, in den Henri eine im Meer schwimmende grinsende Banane – die von einem Haifisch angegriffen wird – in Badehosen, gemalt hat… 😉 Für Papa sah es mehr aus wie ein Surfbrett.

Und schon hatten wir Spaß und eine lustige Familienzeit. Mehr Sinn muss das nicht ergeben. 🙂

Von der Freiheit

Mein Leben lang geht es mir ähnlich. Ich hab das Gefühl, wenn ich etwas Neues anfangen will, muss ich es vorher schon können oder in Zukunft besser machen als Andere.

Genaugenommen erwarte ich von mir, dass ich die bestmöglichen Voraussetzungen erfülle (inklusive Naturtalent für die neue Sache). Dann wäge ich (jahrelang) genau ab und gehe erst einen Schritt in eine neue Richtung, wenn ich völlig davon überzeugt und dafür bereit bin. Aber wann fühlt man sich schon so? Gut genug?

Wenn alle so denken würden – das wäre ja langweilig! Dann würde doch nie etwas Spannendes oder Lustiges im Leben passieren. Man könnte nicht aus Fehlern lernen, man macht ja keine. Man tritt auf der Stelle. Entwicklung und Fortschritt wären nicht möglich. Unzufriedenheit vorprogrammiert.

Leider geht es mir auch auf anderer Ebene mit dem Festlegen für eine Sache so, z.B. für den gemeinsamen Urlaub. Entscheidend ist doch, dass es zu viele Möglichkeiten gibt. Die Welt ist so groß! Mir fällt es schwer, zu filtern. Bis wir am Ende gar nicht fahren oder erst später. Zu vernünftig? Wo bleibt Mut. Fantasie. Abenteuer?! Aber das ist ein anderes Thema… 😎

Man sollte viel häufiger einen Mutausbruch haben

Entdeckt dazu auch meine Mutmach-Pinnwand „Fly high, touch the sky“

Meine liebe Pippi hat wie so oft, die richtigen Worte:

Ich hab das noch nie gemacht, also bin ich mir völlig sicher, dass ich es schaffe!

Ich hab großen Respekt vor Jedem, der mutig ist! An seinen Traum glaubt, sich selbstständig macht. Nicht ans Aufgeben denkt. Weitermacht, weil er weiß, dass er Durchhalten muss, um zu erreichen, was er will.

Ich bewundere auch Jeden, der weiß, wie wichtig Ehrlichkeit ist und sich traut, seine Meinung zu vertreten. Dafür kämpft, den Glauben nie verliert. Und das am besten mit Freundlichkeit. Trotz aller Widersacher und Gegenwind. Beeindruckend.

So oft schon musste ich mir eingestehen, dass ich keinen Mut hab. Ich akzeptiere einfach mittlerweile, wenn ich mich nicht traue, und was ich nicht kann und nicht mag. Manche Sachen ändert man nicht. Manche kommen vielleicht noch.

Ist der Wille zur Veränderung erstmal da, oder, wie man jetzt sagt, zur Selbstoptimierung, dann arbeiten wir an uns. Und wir sind die Grundlage für unsere Zukunft. Da lohnt es sich Kraft und Geduld zu investieren. Gut angelegt!

Durchhaltevermögen ist gefragt. Erst wenn sich unsere Gewohnheiten verändern, verändern wir uns. Und dann wirst du belohnt. Mit Zufriedenheit, Glück, Gelassenheit. Alles wird unbeschwerter, du fühlst intuitiv die richtigen nächsten Schritte und vertraust, dass alles was kommt, gut wird. Das wünsche ich dir und jedem von uns als Dauerzustand. Für mich ist das der erstrebenswerte Flow, den ich so genieße… Aber nichts bekommt man geschenkt. Jedenfalls nicht ohne Anstrengung.

Das ist ein bisschen wie in der Beziehung. Ein Geben und ein Nehmen und Nichts ist selbstverständlich. Sagen wir mal Danke zu unserem Partner (und/oder zum Kind.) Schön, dass es dich gibt! Wie wärs mit Mut und noch nem „Ich liebe dich, weil …“ hinterher?

Vier mal in meinem Leben war ich richtig mutig

#1 | Meine Entscheidung gegen den sicheren (Karriere-)weg. Konsequenterweise beschloss ich nach dem Abi auf dem berufsbildenden Gymnasium mit Fachrichtung Gestaltungstechnik „erstmal etwas Praktisches“, eine Ausbildung zur Mediengestalterin, zu machen … 😉

Entsprechend meiner Vorlieben, Talente, Interessen und Neigungen – gegen einen Job mit besserem Verdienst oder ein Studium. Obwohl ich schon gern noch ma am liebsten Philosophie studieren würde… 😉

Daraus folgte jedenfalls meine erste Lektion im Berufsleben: Die wertvolle Erkenntnis meines eigenen Werts. Nach der Ausbildung wollte ich mich nicht „unter Wert“ verkaufen. Für 1.100,- € brutto sollte ich in Vollzeit übernommen werden, mehr habe ich in der Branche nicht zu erwarten! Ich hab aber mehr verdient, das wusste ich – kämpfte dafür, nicht nur für mehr Geld, sondern auch menschlich – für mehr Wertschätzung und Anerkennung – und erreichte mehr. Woanders. Finde ich rückblickend immernoch ziemlich mutig und bin ein bisschen stolz auf mich …

#2 | Meine Entscheidung, das Gleitschirmfliegen zu lernen, wozu mich mein Mittlerweile-Mann und Mentor beflügelt hat. Plötzlich und seitdem spüre ich, was Freiheit ist. Und was ich alles kann.

Lange Geschichte, aber die Beste, die ich kenn. Die Geschichte von meinem Weg zum Glück. Von Aufwind, Abstürzen und Höhenflügen. Von Freiheit. Hier begann eine heilende Therapie für meine kleine Seele.

#3 | Und die Entscheidung, Kinder zu bekommen. Ist mir erst klar geworden, dass das etwas mit Mut, sehr viel Mut sogar zu tun hat, als wir meiner Oma erzählten, dass wir ein zweites Kind erwarten. Ihr Kommentar, geringfügig mit Bewunderung und etwas Entsetzen (so ist sie): „Das ist aber mutig“.

Ja das war es. Und das Beste, was mir passieren konnte.

Seit wir eine Familie sind, ist das Leben sicher nicht leichter geworden. Aber so viel reicher, sinnvoller und schöner. Wir haben uns gefunden, jeder sich selbst und seinen neuen Platz und wir sind zusammen-gewachsen. Und wachsen weiter.

Ja, jetzt, wo wir „alles im Griff haben“ und ein eingespieltes Team sind, ist es an der Zeit für diesen unbekannten Faktor! Das neue Leben, das unseren Leben einen neuen Rhythmus geben wird. Uns aus dem Takt werfen wird – uns zeigt, dass erst alles stimmt, wenn wir wieder in Harmonie sind und unsere Herzen füreinander schlagen …

Was genau auf uns zukommt? Ich hab noch 10 Wochen. Dann wird’s ernst! 😂

Therapie.

Nicht alles so ernst nehmen. Mach dich mal locker. Lass los.

Why so serious?

Wieder mal gibt es ein Lied, das passt einfach zu gut! Bitte auf den Text hören … 🙂


Fantasie hilft also dabei, das Leben generell leichter zu machen und heilt? Als ob man ein Puzzle im Kopf löst. Kann man üben! Erst durchs Wiederholen wird man „Erfolge“ sehen. Mit Humor, Selbstironie – was man sonst halt noch so braucht – und einem schlechten Gedächtnis wirds noch lockerer! Man vergisst einfach, worüber man sich aufregen wollte. Schwangerschaftsdemenz lässt grüßen … 🤪🤷🏼‍♀️🤰🏼

Moment, schlechtes Gedächtnis. Wann war ich eigentlich das vierte Mal mutig?

#4 | Meine Entscheidung, zu schreiben. Auf einem persönlichen Blog. Sehr persönlich. So persönlich, dass meine Gedanken jeder lesen kann. Wenn er will.

Hier fühle ich mich frei, alles loszuwerden was in meinem Kopf passiert und das tut gut. Natürlich hoffe ich auch, dass ihr das gerne lest und meine Unerfahrenheit entschuldigt: Ich weiß nämlich nicht, wie es richtig geht und mache bestimmt Fehler. Sagts mir oder lasst mich daraus lernen. Ist doch ein Prozess, der dauert. Es hat ja schon sooo lange gedauert, bis ich überhaupt gemerkt hab, wie gern und mit wie viel Spaß ich überhaupt schreib, mir Namen, Slogans und Texte überleg.

Angefangen hat es dann mit meinem Kollegen, der als Redakteur dazukam und u.a. mit meinen bisherigen Texten arbeitete. Ich ließ ihn alles überarbeiten/verbessern, schließlich konnte ich nicht so gut sein wie er. Er hatte es gelernt und studiert, ich nicht. Ich hörte nur auf mein Bauchgefühl und manchmal brauche ich Fantasie.

Bis er dann mal wieder einen Vorschlag von mir bevorzugte und fast ein bisschen empört feststellte: „Sag fei du nimmer, dass du net schreiben kannst!“ ;-) Ob das jetzt so ist, oder nicht, wird immer ein subjektives Empfinden bleiben …

Dieser Satz war es, der mich bestärkt hat, als ich auf der Suche war. Der mich hierher geführt hat. Zum Glück, denn das fühlt sich so gut und richtig an, dass es nicht falsch sein kann.


Fantasie ist bunt. Fantasie kann alles. Fantasie lässt Visionen entstehen. Fantasie schafft, dass Bilder im Kopf zu Träumen werden. Und zum Leben erweckt werden können. Also gar nicht sooo weit weg von der Realität… Mit etwas Mut lassen wir Träume wahr werden.

Meine Formeln

Fantasie = Kreativität + Freiheit der Gedanken + Mut


Liebe + Ehrlichkeit + Freundlichkeit + Achtsamkeit = Glück

Das Ergebnis aus beiden würde ich unterm Strich Erfüllung nennen?!

Mit Mathe hatte ich’s aber nie so! 😅🤪 In einem meiner nächsten Artikel kommt die „Auflösung“ der Gleichung…

Ich hoffe das Lesen hat euch Spaß gemacht ❣️

Eure Lisa

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