Vom Nestbaubetrieb & Vorfreude

Umso mehr die Vögel draußen zwitschern, umso näher bin ich am Geburtstermin.

Ich weiß das, da das Timing nicht besser sein könnte. Ziemlich genau vier Jahre nach ihrem großen Bruder erwarten wir unser Baby-Mädchen. Und ihr widme ich diesen Artikel.

Es wird wieder Frühling, die Natur entfaltet ihre Kraft und schiebt die Knospen manchmal sogar durch eine Schneedecke. Es dauert noch bis die Bäume grün werden und die Sonne mehr Kraft hat. Aber nicht mehr lange…

Sehnsucht

So sehr der Winter mir Gelegenheit zur Ruhe und Vorbereitung bietet, so sehr ich es auch genieße – ich kann das Baby kaum noch erwarten!

Wir wachsen zusammen

Die Kleine scheint sich auch schon auf diese Welt zu freuen, denn beim 3D-Ultraschall konnten wir sie tatsächlich lächeln sehen. Das war so herzallerliebst und entzückend, dass es jetzt schon nicht mehr zum Aushalten ist, bis wir sie endlich in den Arm nehmen können.

Vor Kurzem haben wir ein Babybauch-Familienshooting bei der lieben Kris Beck gemacht, aber dieses hier ist ohne Filter und mit Doppelkinn, privat als Selfie entstanden. 😉 Ich finde Henris leuchtende Augen wundervoll…

Henri und ich sind derweil eh wie zwei Magnete. Wir gehören zusammen und halten zusammen. Vor allem früh und Abends sind wir noch unzertrennlicher. Im Kuschelmodus. Herrlich. Ich genieße das so sehr, dass ich ihm so viel ungeteilte Aufmerksamkeit schenken kann. Ich kanns kaum beschreiben. Immer wenn mir die Worte fehlen, fällt mir ein Zitat oder eine Songzeile ein: „I’ve got so much love to give…“

Wir sind nämlich Freunde sagen wir immer. Für immer.

Und der Papa auch, sagt Henri: „Wir sind ja eine Familie.“ ❤️

Die Vorbereitungen laufen. Sie liefen.

Ich gebe zu, die Situation ist gerade etwas schwierig für mich. Den Nestbaubetrieb wieder einzuschränken, fällt mir schwer. Ich war und bin soo voller Energie, Vorfreude und Tatendrang und möchte am Liebsten an unserem Plan festhalten. Jetzt.

Der war nämlich: Alle Schlaf- und Kinderzimmer auf ein Stockwerk nach oben verlegen und das Hobby- und Arbeitszimmer nach unten. Henri hat sich schon so auf sein großes neues Kinderzimmer mit Balkon gefreut. Und meine Kopfmaschine war angeworfen – ich hatte mir schon ausgemalt, wie es da oben aussehen wird. Jetzt verzögert sich alles auf unbekannte Zeit!

In letzter Minute haben wir – man muss sagen glücklicherweise, Dank des Besuchs eines Dachdeckers, der unser Vereinskollege ist – beim Blick in die Dachschräge, kurz vorm Dämmen festgestellt, dass das Holz feucht ist und stellenweise Schimmel aufweist.

Oh nein. Baustopp!

Eins ist sicher: So wird auf diesem Stockwerk keiner schlafen. Jetzt ist guter Rat teuer. Das Dach muss belüftet werden, damit die Feuchtigkeit entweichen kann – so hab ich das verstanden. Löcher reinbohren? Von außen, von innen? Erstmal den Schaden in den bereits ausgebauten Räumen oben begutachten und dann sehen wir weiter…

Was das kosten wird?! Hilfe!

Wir spielen kurz mit dem Gedanken, alles zu verkaufen und mit nem Wohnmobil abzuhauen… 😏

Dass aber auch so ältere Häuser immer für Überraschungen „gut“ sein müssen. 🙄 Zur Beruhigung hab ich mir nen Pudding gemacht und beschlossen, eine Nacht drüber zu schlafen.

Vergiss nicht, um glücklich zu sein bedarf es wenig! Marc Aurel

Es hat alles seine Zeit und auch seine Vorteile. Ich versuche mich zu arrangieren. Was bleibt einem auch anderes übrig?

Wir bleiben erstmal alle auf einer Etage und haben weiterhin nur kurze Wege. Das Baby ist sowieso bei uns mit im Schlafzimmer, bekommt seine Federwiege und unsere Liebe. Sehr viel mehr braucht es noch nicht.

Und der Frühling kommt. Das Sonnenlicht wird gegen trübe Gedanken helfen, und alle mit Bewegungsdrang sowieso nach draußen ziehen – wer will da schon unterm Dach sein… 😉 Wird ja auch schnell zu warm im 2. OG.

Entschleunigung

Sind wir froh, dass alles so ist wie es ist. Nutzen wir die Zeit. Gemeinsam an dem Projekt mit weniger Zeitdruck zu arbeiten, bringt uns doch auch was.

Für die Kinderzimmerplanung nehm ich mir gerne mehr Zeit. Um schnuckelige Sachen zu finden: Einzelstücke, Lieblinge wie Tapete, Schrank, Bett – muss nichts von der Stange sein. Bei Henri hatte ich noch mehr Zeit und die Wanddekoelemente „elefantastisch“ selber gemacht.

Die verlängerte Zeitspanne bedeutet auch eine Entspannung im Geldbeutel. Muss ja nicht (mehr) alles auf einmal fertig werden. Naja, obwohl Entspannung ist jetzt wirklich nicht das richtige Wort, denn eigentlich kommen ja mehr Ausgaben und Aufgaben als geplant auf uns zu… 🙄 Und wäre schon schön, wenn es sich nicht ewig hinzieht?! Optimistisch denken hat auch seine Grenzen! Na toll…

Trotzdem haben wir es erstmal geschafft, die schlechte Nachricht zu verdauen. Wir akzeptieren, was nicht zu ändern ist und verzichten auf schlechte Laune. Bringt doch nichts. Wenn wir uns auch noch streiten, wird es ja nicht besser.

Herausforderungen sind da, um gelöst zu werden. Klingt blöd, ist aber so.💪🏻

Entschleunigung ist auch so ein feines Wort, das gelebt werden will. Man kommt erst langsam mit der Zeit in den Genuss der Bedeutung vom Entschleunigen.

Sich und den Dingen überhaupt Zeit geben, loslassen, beobachten, genießen. To Do Listen streichen. Fokussieren. Wichtig von unwichtig unterscheiden und dementsprechend planen und handeln. Alles außenrum ausblenden:

Mein persönlicher Luxus

Glücklicherweise habe ich die Gelegenheit, viel von zu Hause aus zu arbeiten. Hier kann ich beruflichen und privaten Pflichten nachgehen, nach Bedarf agieren, mein Nebengewerbe ausüben und tun was mir gut tut. Schreiben zum Beispiel oder Musik hören. Essen, was und wann ich will und auf den Crosstrainer wann und wie lang ich will. Und bald geht der Mutterschutz los. 4 Wochen noch, wer weiß was mir da wieder einfällt… 😅

Wenn es mir gut geht, geht es auch meiner Familie gut!

Ausgeglichen kann ich dann mein Kind vom Kindergarten holen und ihn wahrnehmen. Das weiß ich aber auch zu schätzen, denn es war nicht immer so. Ich kenne das auch ganz anders. Die Unzufriedenheit und zu hohe Erwartungshaltung an mich selbst, die so viele kostbare Momente einfach kaputt machen…

Weil man sie gar nicht sieht, in der Hektik nicht wahrnimmt, von Wäscheberg zu Wäscheberg übersieht und unachtsam drüber steigt.

Das Bewusstsein eines erfüllten Lebens und die Erinnerung an viele gute Stunden sind das größte Glück auf Erden. Francis Bacon

Dabei weiß keiner, wie oft wir noch in den Genuss kommen. Diese Welt so heil genießen zu dürfen, wie sie ist. In Gesundheit und Harmonie mit unseren Liebsten, denn es geht uns einfach nur gut.

Lassen wir mal den nächsten Vorwurf auf der Zungenspitze stecken, behalten wir den bösen Gedanken für einen Moment länger bei uns – und schon werden wir merken, dass er weg ist, ohne Schaden anzurichten. Das hat auch nur kurze Überwindung gekostet.

Es gibt Menschen, die bei mir Unbehagen auslösen. Jetzt gehe ich ihnen aus dem Weg. (Ich bin nicht für alles und jeden verantwortlich) oder ich begegne ihnen mit mehr Humor und Schlagfertigkeit und gehe ggf. mit einem (inneren) Kopfschütteln. Ich kann gut Mitmenschen umgehen. Aber ich übe noch. Manche machen mich wahnsinnig.

Selbstliebe ist der größte Mittelfinger aller Zeiten!

Gestern musste ich so sehr lachen, bis mein Bauch gewackelt und meine Stirn gebitzelt hat. Ich erinnere mich doch lieber an sowas, als an hysterische Mitmenschen zum Beispiel. 😉

Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Nichts ist entspannender, als anzunehmen was kommt.

Dalai Lama

Nicht so schön ist für mich allerdings, gerade einfach nicht zu wissen, wo und wie mein Kind auf die Welt kommen wird. Diese Ungewissheit gefällt mir nicht.

Im Kronacher Krankenhaus haben sämtliche Gynäkologen gekündigt. Eine Geburtsstation ohne Ärzte ist nicht möglich. Keiner weiß aktuell, wie es weitergeht. Dass es trotz des unermüdlichen Einsatzes vor allem der Hebammen so weit kommen musste, ist mehr als traurig und der mangelnden Anerkennung der Leistung dieser Berufsgruppen in Politik und Gesellschaft geschuldet. Es ist keine Überraschung und meine Überzeugung, dass es manchmal einfach erst richtig „krachen“ muss, bevor sich eine Besserung der Lage einstellt.

Hoffentlich rechtzeitig. Denn ich möchte nicht in unbekannter Umgebung und ohne Vertrauensperson wie meiner Hebamme, mein Kind auf die Welt bringen. Ganz abgesehen davon, dass man sich eh schon genug Gedanken macht, was bei der Geburt auf einen zukommt, sind das wirklich unschöne, erschwerende Faktoren. Leider.

Vielleicht wendet sich ja alles zum Guten: Ich wünsche mir einen angenehmen natürlichen Geburtsverlauf in Kronach, bei der mein Mann und die Hebamme anwesend sind und währenddessen unser Großer gut bei meiner Mama aufgehoben sein wird. Auf den Besuch und das erste Zusammentreffen der Geschwister freue ich mich ganz Besonders. Und da ist letztlich egal wo. Die Vorfreude ist vorherrschend. Den „Rest“ kriegen wir schon hin. Das wird keine schwierige Geburt.

Ich mag nicht an mir, dass ich nicht beim Thema bleiben kann. Das kann ich einfach nicht. Die Gedanken schweifen und ich weiß jetzt auch warum, weil das Thema für mich nicht die Überschrift ist, sondern eigentlich immer das Gleiche:

Ich bin keine neue Mama-Bloggerin, die „nur“ über ihre Schwangerschaft, den Nestbaubetrieb, Einrichtungstipps oder das Familienleben an sich schreiben will und kann, sondern will noch mehr sein. Eine Frau, die ihr Leben liebt und ihre maximale Leidenschaft und Lebensfreude mit euch teilen möchte, weil ich mir wünsche, dass es Jedem so geht: Das Leben ist ein Wunder und ein Geschenk ❤️

Ich liebe mein Leben nicht, weil es schön ist.

Es ist schön, weil ich es liebe.

Herzlichen Dank fürs Lesen!

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Deine Lisa

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