Glück ist Einstellungssache.
Das kann ich behaupten und zwar mit einer gewissen Kompetenz, weil ich in einer eher unglücklichen Lage bin: Trennungsjahr vorbei, kurz nach der Scheidung.
Geil, oder? Was will man erwarten auf einem Blog für Lebensfreude und (Selbst-)liebe.
Wie behaupte ich noch gern? Ich weiß, wie es nicht geht. Dem Standardentwurf vom glücklichen Leben kann ich nicht entsprechen. Gehe nicht über Los steht auf meinem Lebensweg und komm trotzdem an dein Ziel.
Ich wollte Ehe, Familie, Haus, Kinder und hatte es auch. Nur macht das nicht automatisch glücklich. Dazu gehört noch mehr.
Was da alles passiert ist, könnte ein Buch füllen. Frag lieber nicht.
Ein Jahr voller Veränderungen..
Wenn mir Weihnachten ’22 jemand gesagt hätte, dass ich ein Jahr später in meiner eigenen Wohnung das Fest der Liebe würde feiern können, ich hätte es nicht glauben können und doch stand vier Wochen später die Entscheidung fest und brachte Bewegung in mein Leben, an das ich mich schon so gewöhnt hatte.
Mein Ex-Mann wollte sich scheiden lassen. Er hatte den Mut, das Notwendige auszusprechen, wofür ich ihm jetzt sehr dankbar bin.
Ich sag dir nur eins: geb nie auf!
Geb nie auf, zu träumen.
Was hab ich gebetet und gefleht und gefragt, wie lang es wohl noch dauert, wie lang ich noch durchhalten muss, bis ein „Wunder“ geschieht?
Ich hab daran geglaubt, dass alles gut werden würde und auf die göttliche Führung vertraut, da ich ratlos war.
Wie und was sollte passieren? Und wann passiert endlich was, fragte ich mich. Kann ich die Zeichen nicht sehen? Müsste ich wissen, was zu tun ist?
Eins ist klar, erzwingen kannst du dein Glück nicht. Und beschleunigen auch nicht.
Ich glaub, zuversichtlich und geduldig zu sein, das ist das Geheimnis und gleichzeitig am schwierigsten.
Als mir eine Freundin letztens beim Brunchen ihr Herz ausgeschüttet hat, hab ich so für mich festgestellt, wie wichtig es ist, seinen Wert nicht von anderen abhängig zu machen. Wie Selbstliebe uns schützt und unsere Grenzen deutlich macht.
„Selbstvertrauen gewinnt man dadurch, dass man genau das tut, wovor man Angst hat, und auf diese Weise eine Reihe von ermutigenden Erfahrungen sammelt.“
Dale Carnegie
Am wichtigsten ist es, die eigene Angst zu überwinden. Mit jeder Erfahrung, dass wir dabei weder sterben, noch was Schlimmes passiert, werden wir mutiger und selbstbewusster und das ist es glaub ich, worum es auch geht.
Was erwarten wir von anderen, was wir uns selbst nicht geben?
Wir sind für unser Glück verantwortlich. Unser Wohlergehen hängt von der Beschaffenheit unserer Gedanken ab.
Deren Qualität darf auch mal leiden. Keiner darf sich dafür verurteilen, nicht positiv genug zu denken oder weil er gerade nicht weiter weiß. Gnade ist dafür eine schöne und wirksame Haltung.
Ich hab zu meinen Kindern gesagt, wenn es mir nicht gut geht und dass es nichts mit ihnen zu tun hat und es mir bald besser gehen würde. Das aber dauern würde und sie mir schon genug helfen, weil es schon so wundervoll ist, dass es sie gibt. Das hat uns sehr verbunden.
Ich bin jetzt noch gerührt, wie einfühlsam und rücksichtsvoll meine Kinder sind. Henri, der Große, sieht jetzt auch, dass es mir wesentlich besser geht und unser gesamtes Leben harmonischer und friedlicher geworden ist. „Und deshalb haben Mama und Papa das gemacht: Damit es uns allen besser geht.“
Und jetzt träum ich weiter. Das Leben hat sicher noch viele Überraschungen für uns.
Wir dürfen sie wie Geschenke annehmen und uns für alles feiern.
Mit jeder Aufgabe des Lebens dürfen wir uns besser kennenlernen und wachsen. Das Leben ist für uns, wenn wir es lassen. Hab Geduld und geb nicht auf.
Ich bin und bleib naiv, hoffnungsvoll und romantisch und mittlerweile mag ich mich dafür. In dieser Welt ist das gar nicht so einfach.
Was hilft? Für mich Musik und ehrliche Gespräche mit vertrauten Menschen.
Ich hoffe du hast auch Menschen, die für dich da sind. Sonst schreib mir bitte.
Und jetzt finde ich mein Glück in mir und weiß, was ich will und was nicht.
Und ich leb weiterhin recht glücklich, obwohl mein Leben nicht meiner Idealvorstellung entspricht.
Wer weiß, was noch kommt?! Ich geb nicht auf.
Erst wenn ich ins Kloster geh, mag ich nicht mehr ;-)…
Danke fürs Lesen.
Vielleicht bedeutet es jemandem etwas.
Deine Lisa-Maria
